Version vom 19.05.2026 (V6).
§ 1 Geltungsbereich
- Diese AGB regeln die Nutzung der FragPolly™-Plattform durch eingetragene Versicherungsexperten („Experten") im Rahmen einer Kooperation mit dem Anbieter Florian Held, Einzelunternehmer, Lauterbachstr. 75, 91541 Rothenburg ob der Tauber („Anbieter"). Eine Überführung des Betriebes in eine GmbH ist mit zunehmendem Geschäftsumfang geplant — bestehende Verträge gehen dabei nahtlos auf die GmbH über.
- Voraussetzung für die Nutzung als Experte ist ein gültiger Eintrag im Vermittlerregister gem. § 34d GewO sowie ein abgeschlossener Kooperationsvertrag.
§ 2 Leistung des Anbieters
- FragPolly™ stellt eine KI-gestützte Endkunden-Plattform sowie ein Backend für Experten bereit.
- Der Anbieter weist Endkunden („Leads") an Experten zu — auf Grundlage von:
- der vom Experten hinterlegten Mandantenliste (kryptografisch gehasht),
- Empfehlungs-Links und QR-Codes des Experten,
- regulärer Sparten-Verteilung im Round-Robin-Verfahren.
§ 3 Lead-Zuweisung — „zuletzt geltend gemachte Beziehung gewinnt"
- Wenn mehrere Experten Anspruch auf denselben Endkunden erheben, gilt: Es gewinnt der Experte, dessen Beziehungsnachweis am AKTUELLSTEN ist.
- Beispiele:
- Experte A hat den Endkunden vor 3 Jahren in seine Mandantenliste hochgeladen. Experte B hat ihm heute persönlich seinen QR-Code gezeigt → der Endkunde wird Experte B zugewiesen.
- Experte A und Experte B haben dieselbe E-Mail in ihrer Mandantenliste — der zuletzt erfolgte Upload entscheidet.
- Sobald ein Endkunde einem Experten zugewiesen wurde und ein laufender Chat besteht, bleibt diese Zuweisung für die Dauer dieses Chats bestehen. NEUE Anfragen desselben Endkunden können neu zugewiesen werden.
- Es besteht kein Anspruch auf eine bestimmte Anzahl an Leads oder eine exklusive Zuordnung von Endkunden.
§ 4 Mandantenliste
- Der Experte darf nur E-Mail-Adressen von bestehenden Bestandsmandanten in die Liste aufnehmen, mit denen eine rechtmäßige Geschäftsbeziehung besteht (Art. 6 Abs. 1 lit. b/f DSGVO).
- Der Experte ist verpflichtet, seine Mandanten gemäß Art. 13/14 DSGVO über die Verarbeitung zu informieren und auf das Widerspruchsrecht hinzuweisen.
- Der Experte hat die Mandantenliste zu löschen oder zu aktualisieren, sobald die Geschäftsbeziehung mit einem Mandanten endet.
- Der Anbieter speichert ausschließlich kryptografische Hashes (HMAC-SHA256) — niemals Klartext-E-Mails.
- Voraussetzung für die Nutzung der Mandantenliste ist die Akzeptanz des separaten Auftragsverarbeitungsvertrags (AVV).
§ 5 Empfehlungs-Link / QR-Code
- Jeder Experte erhält einen persönlichen Empfehlungs-Link und einen QR-Code mit eindeutigem Slug.
- Der Experte ist verpflichtet, diese Materialien ausschließlich für sachliche, wahrheitsgemäße Bewerbung der eigenen Leistungen einzusetzen.
- Untersagt sind insbesondere:
- jegliche Form von Spam, Massenwerbung ohne Einwilligung oder Cold-E-Mailing
- das Einbinden in irreführende Kontexte
- das Verteilen von QR-Codes/Links anderer Experten
- automatisiertes Verteilen oder Generieren von Klicks (Bot-Traffic)
- Bei Verstoß behält sich der Anbieter vor, den Slug zu sperren und die Kooperation außerordentlich zu kündigen.
§ 6 Pflichten des Experten
- Der Experte hält seine fachlichen Qualifikationen, Pflichtversicherungen und Registereinträge stets aktuell.
- Der Experte berät zugewiesene Leads zeitnah und in der durch den Kooperationsvertrag vereinbarten Reaktionszeit.
- Der Experte beachtet die gesetzliche Verschwiegenheitspflicht und das Datenschutzrecht.
- Der Experte verpflichtet sich, keine personenbezogenen Daten zugewiesener Endkunden ohne deren Einwilligung an Dritte weiterzugeben.
§ 6a Reaktionszeiten, Eskalation und Vertragsstrafen
Geltungsbereich: Diese Regelungen gelten für alle vom Anbieter zugewiesenen Vorgänge — insbesondere Schadenmeldungen, Beratungs-Anfragen aus dem FragPolly-Chat, PDF-Freigabe-Anforderungen sowie alle künftig durch die FragPolly-Plattform vermittelten Workflows.
Der Experte verpflichtet sich, zugewiesene Vorgänge innerhalb folgender Fristen zu bearbeiten:
- Erstreaktion: spätestens innerhalb von 24 Stunden ab Zuweisung
- Mahnstufe: Bei Inaktivität von 5 Tagen wird eine erste automatische Mahnung versandt
- Eskalation: Bei Inaktivität von 7 Tagen ohne Erstreaktion erfolgt eine Eskalation an das FragPolly-Admin-Team
- Re-Delegation: Bei Inaktivität von 14 Tagen kann der Anbieter den Schaden ohne Vorankündigung an einen anderen Experten oder an das FragPolly-Admin-Team übertragen
Zur Bearbeitung zählen: Status-Änderungen, Notizen, Chat-Antworten an den Mandanten, Anhang-Reaktionen oder andere im Backend dokumentierte Aktivitäten.
Bei schuldhafter Verletzung der Reaktionspflichten gemäß Absatz (1) ist der Anbieter berechtigt, folgende pauschalierte Vertragsstrafen festzusetzen:
- Keine Erstreaktion innerhalb 7 Tagen ab Zuweisung: 50 € netto
- Keine dokumentierte Aktivität über 14 Tage hinweg: 150 € netto
- Keine Reaktion auf wiederholte Mahnungen: 100 € netto pro Vorfall
- Nutzer-Eskalation mit verstrichener 24-h-Frist (siehe Abs. 7): 75 € netto
Manuelle Vertragsstrafen durch den Anbieter sind in begründeten Fällen zusätzlich möglich (z. B. bei Verletzung der Pflichten aus § 5 oder § 6). Alle Beträge verstehen sich als Nettopreise zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer.
Vertragsstrafen werden im Backend dokumentiert und sind zunächst „pending". Der Anbieter prüft jeden Fall vor Festsetzung individuell und kann die Strafe bei plausibler Begründung (Krankheit, höhere Gewalt, technische Probleme der Plattform) erlassen. Vor Festsetzung erhält der Experte Gelegenheit zur Stellungnahme.
Festgesetzte Vertragsstrafen werden mit Provisionsabrechnungen verrechnet oder gesondert in Rechnung gestellt. Sie sind keine Pauschalierung des Schadenersatzes — weitergehende Schadenersatzansprüche bleiben vorbehalten.
Bei wiederholten oder schweren Verletzungen der Bearbeitungspflichten ist der Anbieter berechtigt, die Kooperation außerordentlich zu kündigen (siehe § 11 Abs. 2).
- Übergabe an FragPolly-Admin-Team
Übernimmt das Admin-Team einen Fall wegen Inaktivität, hat der ursprünglich zugewiesene Experte für diesen Fall keinen Anspruch auf Provision oder Vergütungsanteile mehr. Der Mandant wird transparent informiert, dass die Bearbeitung intern weitergeführt wird.
- Nutzer-Eskalation und 24-Stunden-Frist
Mandanten haben ab dem 7. Tag ohne Reaktion (bei eilig markierten Fällen ggf. früher) das Recht, die Bearbeitung über die FragPolly-Oberfläche aktiv beim Anbieter zu eskalieren („Dauert mir zu lange"). Der Experte erhält in diesem Fall:
- eine sofortige Push- und E-Mail-Benachrichtigung mit klarer 24-Stunden-Frist;
- die Gelegenheit, den Fall innerhalb der Frist durch eine dokumentierte Bearbeitung (Status-Update, Notiz, Chat-Antwort, Anhang) zu retten — die Eskalation wird dann automatisch aufgehoben.
Reagiert der Experte nicht innerhalb der 24-Stunden-Frist, übernimmt das FragPolly-Admin-Team den Fall ohne weitere Vorankündigung. Es wird automatisch eine Vertragsstrafe gemäß Absatz (2) festgesetzt.
- Automatische Suspension bei wiederholten Verstößen
Erreicht ein Experte innerhalb von 90 Tagen drei oder mehr bestätigte Vertragsstrafen aus diesem § 6a, wird sein Account automatisch deaktiviert. Eine Reaktivierung erfolgt nur nach manueller Prüfung durch den Anbieter und ggf. unter zusätzlichen Auflagen. Bei systematischer oder vorsätzlicher Vernachlässigung kann der Anbieter zusätzlich gem. § 11 Abs. 2 außerordentlich kündigen.
- Schutz der FragPolly-Reputation
Die Reaktionspflichten dienen ausdrücklich dem Schutz der Reputation der FragPolly-Plattform und ihrer Mandanten. Der Anbieter behält sich vor, bei wiederholt schlechter Bewertung der Bearbeitungsqualität durch Mandanten zusätzliche Maßnahmen (Sparten-Sperre, Ausschluss aus bestimmten Lead-Quellen, Kündigung) zu ergreifen.
§ 7 Vergütung
- Die wirtschaftlichen Konditionen (Provisionsmodell, Lead-Preise, Mindestumsätze, Auszahlungsfristen) werden im individuellen Kooperationsvertrag geregelt.
- Diese AGB enthalten keine vergütungsrelevanten Regelungen.
§ 8 Verfügbarkeit der Plattform
- Der Anbieter ist um eine hohe Verfügbarkeit bemüht, schuldet jedoch keine bestimmte Service-Verfügbarkeit (kein SLA, sofern nicht im Kooperationsvertrag separat vereinbart).
- Wartungsfenster werden so weit wie möglich in lastarmen Zeiten gelegt.
§ 9 Haftung
- Der Anbieter haftet unbeschränkt nur für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit sowie nach dem Produkthaftungsgesetz und bei Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit.
- Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten) und begrenzt auf den vertragstypisch vorhersehbaren Schaden.
- Die KI-Antworten von FragPolly sind allgemeine Informationen und ersetzen keine individuelle Beratung. Verantwortlich für die persönliche Beratung des Endkunden ist ausschließlich der Experte.
- Der Experte haftet gegenüber Endkunden für seine Beratung selbst, nicht der Anbieter.
§ 10 Vertraulichkeit
- Beide Parteien verpflichten sich, alle Informationen, die ihnen im Rahmen der Plattformnutzung bekannt werden, vertraulich zu behandeln.
- Diese Pflicht überdauert die Beendigung der Kooperation.
§ 11 Laufzeit & Kündigung
- Die Nutzung läuft auf unbestimmte Zeit. Bei monatlicher Abrechnung kann sie von beiden Seiten mit einer Frist von 30 Tagen zum Monatsende ordentlich gekündigt werden; bei jährlicher Abrechnung mit 30 Tagen zum Ende der Jahres-Periode.
- Das Recht zur außerordentlichen Kündigung bei wichtigem Grund (insb. Verstoß gegen § 5 oder § 6) bleibt unberührt.
- Mandanten-Übergang bei Kündigung: Mandanten, die dem Experten zugeordnet sind, werden binnen 30 Tagen nach Wirksamwerden der Kündigung schriftlich informiert. Bleiben sie auf der Plattform, werden sie anschließend automatisch als Leads im FragPolly-Lead-Markt gelistet und können von anderen Experten erworben werden. Der ursprüngliche Experte hat keinen Anspruch auf Beteiligung am Lead-Erlös.
- Nach Vertragsende werden die Mandantenliste-Hashes des Experten innerhalb von 30 Tagen unwiderruflich gelöscht. Bestehende Lead-Zuweisungen bleiben für die Dauer laufender Chats erhalten.
§ 11a Pause-Modus (Sabbatical)
- Der Experte kann sein Abo zwischen 7 Tagen und 6 Monaten pausieren — z. B. wegen Krankheit, Mutterschutz, Sabbatical.
- Während der Pause: Daten bleiben erhalten, das Experten-Cockpit ist nicht zugänglich (kein Lead-Markt, keine Mandanten-Bearbeitung, keine neuen Annahmen). Mandanten des Experten werden über die Pause informiert und können FragPolly im Self-Service weiter nutzen. Die Plan-Grundgebühr wird ausgesetzt und durch eine reduzierte Ruhend-Gebühr von 6 € / Monat ersetzt.
- Mandanten-Vertretung während Pause: Mandanten, die aktive Beratung wünschen, erhalten in ihrem Dashboard drei Optionen: warten, temporärer Vertretungs-Berater (Lead-Markt-Vermittlung, der ursprüngliche Experte bleibt zugeordnet), oder dauerhafter Wechsel. Wählt der Mandant einen Vertretungs-Berater, übernimmt dieser die laufende Beratung gegen die regulären Lead-Markt-Bedingungen. Eine Beteiligung des pausierenden Experten an diesem Lead-Erlös erfolgt nicht.
- Nach Ablauf der Pause-Periode reaktiviert sich der Plan automatisch. Der Experte kann jederzeit vorzeitig fortsetzen. Mandanten mit aktivem Vertretungs-Berater werden über die Rückkehr informiert und entscheiden frei, ob sie zurückwechseln.
§ 11b Plan-Wechsel-Cooldown
Plan-Upgrades und -Downgrades sind nur alle 30 Tage möglich. Damit verhindern wir „Tarif-Hopping" sowie Daten- und Limit-Chaos bei Sub-Experten- und Mandanten-Pools. Außerordentliche Plan-Wechsel in begründeten Fällen erfolgen auf Anfrage durch das FragPolly-Team.
§ 12 Änderungen der AGB
- Der Anbieter kann diese AGB bei sachlichem Grund anpassen. Änderungen werden dem Experten mindestens 6 Wochen vor Inkrafttreten textlich mitgeteilt.
- Widerspricht der Experte nicht innerhalb von 6 Wochen nach Mitteilung, gelten die geänderten AGB als angenommen. Auf diese Folge wird in der Mitteilung gesondert hingewiesen.
- Im Falle eines Widerspruchs ist der Anbieter berechtigt, die Kooperation zum Wirksamwerden der neuen AGB zu kündigen.
§ 13 Subscription, Add-ons und Rechnungsstellung
- Die Plattform-Nutzung erfolgt entweder im Partner-Modell (kostenfreie Grundnutzung mit anteiliger Untervermittler-Provision) oder über ein kostenpflichtiges Plan-Modell mit fünf Stufen: Basic, Professional, Enterprise und Enterprise+ mit monatlicher Grundgebühr. Jeder Plan enthält ein definiertes Mandanten-Kontingent, ein KI-Analysen-Kontingent und ein FragPolly-Token-Tageslimit pro Mandant.
(1a) Jahres-Abo: Wählt der Experte eine jährliche Abrechnung, gewährt der Anbieter einen Rabatt von 2 Monatsgebühren (entspricht ca. 17 %). Die Jahresgebühr wird im Voraus für 12 Monate berechnet. Eine unterjährige anteilige Erstattung erfolgt nur im Fall einer außerordentlichen Kündigung durch den Experten aus wichtigem Grund.
- Leads sind grundsätzlich nicht im Plan inkludiert. Der Lead-Markt funktioniert pay-as-you-go zu transparenten, qualitätsabhängigen Preisen. KI-Overage-Verbrauch und gebuchte Add-ons werden zusätzlich zur Plan-Grundgebühr abgerechnet. Die jeweils aktuell gültigen Preise stehen im Experten-Backend unter „Mein Abo" und auf der öffentlichen Pricing-Seite.
- Eigene Mandanten-Leads (über CSV-Import, Empfehlungs-Link oder bestehende Lead-Zuordnung) werden NICHT als kostenpflichtige Leads abgerechnet.
- Rechnungen werden monatlich für den Vormonat erstellt und per E-Mail (PDF) zugestellt. Zahlungsziel ist 14 Tage netto. Bei aktiver Stripe-Anbindung erfolgt der automatische Einzug per SEPA-Lastschrift oder Karte.
- Komplementär-Pläne (Anbieter-Freigabe) werden niemals automatisch belastet. Plan-Wechsel und Add-on-Buchungen kann der Experte jederzeit selbst über das Backend vornehmen; bei Downgrade bleiben alle Daten erhalten.
- Alle in der Plattform und in diesen AGB genannten Preise sind Nettopreise und verstehen sich zuzüglich der jeweils gesetzlichen Umsatzsteuer (derzeit 19 %), sofern nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet.
§ 13a Mandanten-Token-Limit und Quota-Anfragen
- Mandanten des Experten haben pro Tag ein plan-abhängiges FragPolly-Token-Limit (Basic 5.000 / Pro 8.000 / Enterprise 15.000 / Enterprise+ 30.000 Token pro Mandant pro Tag).
- Erreicht ein Mandant sein Tageslimit, kann er den Experten um manuelle Freischaltung zusätzlicher Token bitten. Der Experte kann diese Anfrage über das Cockpit annehmen (Freischaltung gilt bis Mitternacht UTC) oder ablehnen.
- Manuelle Token-Freischaltungen sind im Plan-Volumen enthalten und werden NICHT separat berechnet; bei systematischer Überschreitung (mehr als 5 manuelle Topups pro Mandant pro Monat über 3 Monate) kann der Anbieter ein Plan-Upgrade verlangen.
§ 13b Eigene Kampagnen-Leads
- Der Anbieter generiert ausschließlich über den FragPolly-Lead-Markt Leads (pay-as-you-go). Über den FragPolly-Lead-Markt hinaus bietet der Anbieter eine Verwaltung von Leads aus eigenen Kampagnen des Experten (Meta, TikTok, Google Ads, Zapier, Lead-Form).
- Plan-Inklusivkontingente für eigene Kampagnen-Leads: Basic 25/Monat · Professional 100/Monat · Enterprise 500/Monat · Enterprise+ unbegrenzt. Diese werden über FragPolly strukturiert aufgenommen, klassifiziert und in das Makler-CRM-Sync übergeben.
- Add-Ons („+100 / +500 eigene Kampagnen-Leads") erweitern das Plan-Volumen für Power-User. Der Anbieter erstellt diese Leads nicht — er strukturiert nur die selbst-akquirierten Daten des Experten.
§ 13c Sub-Experten / Untervermittler (Add-On)
- Add-Ons der Form „+3 / +5 Sub-Experten" enthalten pro Sub-Experten-Lizenz +30 zusätzliche Mandanten-Plätze im Konto des Haupt-Experten.
- Sub-Experten haben einen eigenen Login und eigene Mandanten, werden aber gemeinsam mit dem Haupt-Experten abgerechnet. Der Haupt-Experte ist gegenüber dem Anbieter für alle Sub-Experten-Aktionen verantwortlich.
§ 13d blau direkt-Sync (Pro / Enterprise / Enterprise+ Kern-Feature)
- Ab dem Pro-Plan steht der Mandanten- und Vertrags-Sync mit der Maklerverwaltung blau direkt als Kern-Feature kostenfrei zur Verfügung.
- Für andere Maklerverwaltungen prüft der Anbieter auf Anfrage des Experten mit dem jeweiligen MVP-Anbieter, ob eine Integration möglich ist. Wird sie umgesetzt, steht sie dem Experten ab Pro ebenfalls kostenfrei zur Verfügung. Ein Anspruch auf Umsetzung besteht nicht.
§ 13f Vergleichsrechner & Vermittlernummer-Fallback
- Der Experte kann im Profil seine blau direkt-Vermittlernummer (VN) hinterlegen. Vergleichsrechner-Klicks und Online-Abschlüsse von Mandanten, die ihm zugewiesen sind, laufen dann auf seine VN — Provisionen fließen direkt an ihn.
- Fallback: Hinterlegt der Experte keine eigene VN oder ist dem Mandanten (noch) kein Experte zugewiesen, läuft der Rechner-Klick auf die Vermittlernummer der FragPolly-Inhouse-Maklerin (HeldFinanz.digital, VN „00N06M"). Provisionen aus diesen Abschlüssen verbleiben bei FragPolly bzw. der zugeordneten Inhouse-Maklerin.
- Der Experte erkennt diesen Fallback ausdrücklich an. Eine nachträgliche Beanspruchung von Provisionen aus Abschlüssen über den Fallback-Kanal ist ausgeschlossen.
- Der Experte kann jederzeit eine eigene VN hinterlegen — ab dem Zeitpunkt der Hinterlegung wirken alle nachfolgenden Rechner-Klicks und Abschlüsse seiner Mandanten auf seine VN.
§ 13e Premium-Voranalyse-SLA (Pro / Enterprise / Enterprise+)
- Mandanten dieser Pläne können über die Plattform schriftliche „Premium-Voranalysen" anfordern. Der Experte verpflichtet sich zu folgender Reaktionszeit (SLA, Werktage 8–20 Uhr):
- Pro: spätestens 24 Stunden
- Enterprise: spätestens 12 Stunden
- Enterprise+: spätestens 4 Stunden
- Bei wiederholter Überschreitung des SLA gelten die Eskalationsstufen aus § 6a entsprechend.
- Der Anbieter zeigt Mandanten dieser Pläne ein nicht-monetisierbares „Premium-Berater"- bzw. „Top-Berater"-Label.
§ 14 Team-Funktion (Pro / Enterprise)
- Im Pro- und Enterprise-Plan kann der Experte zusätzliche Team-Mitglieder einladen. Jedes Team-Mitglied benötigt einen eigenen FragPolly-Account.
- Der Haupt-Experte ist gegenüber dem Anbieter für alle Aktionen seiner Team-Mitglieder verantwortlich. Insbesondere die SLA-Pflichten aus § 6 gelten für das gesamte Team.
- Team-Mitglieder unterliegen denselben Vertraulichkeits- und Datenschutz-Pflichten wie der Haupt-Experte.
§ 15 Vertrags-Check-Pipeline
- Über den Vertrags-Check werden Mandanten-Verträge an den zugewiesenen Experten übergeben — wahlweise mit oder ohne FragPolly-KI-Voranalyse.
- Die KI-Voranalyse ist informativ. Der Experte ist verpflichtet, die Analyse fachlich zu prüfen, bevor er auf ihrer Grundlage Empfehlungen oder Bewertungen an den Mandanten abgibt.
- Vertrags-Checks gelten als kostenpflichtige Leads, sofern sie nicht über die Mandanten- oder Empfehlungs-Stufe geroutet werden (siehe § 13 Abs. 3).
§ 16 WhatsApp-Bot-Add-on (optional)
- Bei Buchung des WhatsApp-Bot-Add-ons werden Nachrichten mit Mandanten über einen Sub-Prozessor (Twilio bzw. 360dialog) abgewickelt.
- Der Experte ist gemeinsam mit dem Anbieter für die DSGVO-konforme Verarbeitung der WhatsApp-Inhalte verantwortlich. Insbesondere müssen Mandanten vor Aufnahme der WhatsApp-Kommunikation in geeigneter Form über die Datenverarbeitung informiert werden.
§ 17 Schlussbestimmungen
- Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
- Ausschließlicher Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus diesem Vertrag ist der Sitz des Anbieters, sofern der Experte Kaufmann i. S. d. HGB, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist.
- Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein, berührt dies die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht.
§ 19 Dynamic Pricing für Leads (Quality-Score-basiert)
- Lead-Preise sind nicht statisch flat, sondern werden je Lead-Annahme dynamisch auf Basis eines persönlichen Quality-Scores (0–100) des Experten berechnet.
- Der Basispreis pro Sparte ist in der Tabelle `lead_sparte_prices` hinterlegt und im Backend unter `/admin/lead-preise` einsehbar (read-only für Experten, editierbar nur durch Anbieter-Admins).
- Faktoren des Quality-Scores und deren Gewichtung:
- Mandanten-Rating (1–5 Sterne, Durchschnitt der letzten 90 Tage): 30 %
- Conversion-Rate (akzeptierte Leads → Vertragsabschluss): 25 %
- Durchschnittliche Reaktionszeit auf zugewiesene Leads: 20 %
- Penalty-Free-Quote (Anteil Leads ohne Vertragsstrafe / Refund): 15 %
- Plan-Tier (Basic / Professional / Enterprise): 10 %
- Score-Auswirkung auf Lead-Preis (Multiplikator auf Basispreis):
• Score ≥ 85: Discount bis −40 % • Score 70–84: Discount bis −20 % • Score 50–69: keine Anpassung (±0 %) • Score 30–49: Aufschlag bis +30 % • Score < 30: Aufschlag bis +60 %
- Demand-Multiplikator: Bei hoher Nachfrage in einer Region / Sparte und niedrigem Angebot kann ein zusätzlicher Multiplikator von max. ×1,5 angewandt werden.
- Exclusivity-Multiplikator: Wird ein Lead nur einem einzigen Experten exklusiv zugespielt (statt parallel an mehrere), kann ein Multiplikator von max. ×1,8 angewandt werden.
- Die endgültige Preisberechnung wird dem Experten vor jeder Annahme transparent angezeigt (Breakdown mit allen Multiplikatoren).
§ 20 Quality-Score-Transparenz
- Der aktuelle Quality-Score und die Detail-Aufschlüsselung der fünf Faktoren werden dem Experten jederzeit im Backend angezeigt (`quality_score_breakdown` in `team_members`).
- Der Score wird täglich um 04:00 UTC automatisch neu berechnet auf Basis der letzten 90 Tage.
- Der Experte sieht zu jedem Faktor: aktuellen Wert, Trend (↑/↓), Vergleich mit Plattform-Durchschnitt seiner Sparte, sowie konkrete Verbesserungs-Hinweise.
- Die zugrundeliegenden Lead-Events (`lead_events`-Tabelle) sind für den Experten in seinem Audit-Log einsehbar.
§ 21 Recht auf manuelle Überprüfung (DSGVO Art. 22)
- Da der Lead-Preis und die Suspension-Stufen das Ergebnis einer automatisierten Entscheidung mit rechtlicher Wirkung im Sinne von Art. 22 DSGVO sind, hat der Experte jederzeit das Recht auf:
- Auskunft über die zugrundeliegende Logik und die ihn betreffenden Datenquellen,
- Anfechtung einer konkreten Score-Berechnung oder Suspension-Entscheidung,
- Menschliche Überprüfung durch einen Anbieter-Admin.
- Anträge sind binnen 14 Tagen ab Kenntnis der angefochtenen Entscheidung schriftlich (Backend-Formular „Score anfechten" oder E-Mail an hallo@fragpolly.de) zu stellen.
- Der Anbieter sichert eine Antwort binnen 10 Werktagen zu und kann während der Prüfung die strittige Maßnahme (z. B. Suspension) aussetzen.
- Während der Prüfung dürfen dem Experten keine Nachteile aus der Anfechtung selbst entstehen.
§ 22 Quality-Score-Suspension-Tiers
- Voraussetzung für jede automatisierte Suspension auf Score-Basis: mindestens 90 Tage aktiv und 20 angenommene Leads. Vorher erfolgt ausschließlich ein freundlicher „Coaching"-Hinweis im Dashboard, keine Suspension.
- Stufe 🟡 Beobachtung (Score 30–49): Maximaler Lead-Aufschlag +60 %, gut sichtbares Dashboard-Banner mit Hinweis auf Verbesserungs-Maßnahmen. Voller Plattform-Zugriff bleibt erhalten.
- Stufe 🟠 Eingeschränkt (Score 15–29): Kein Zugriff mehr auf den Lead-Markt / Buy-Orders (§ 24). Nur reguläre Inbox-Leads. Reaktivierung: 14 Tage Cooldown + mindestens 3 positive Mandanten-Bewertungen in dieser Zeit.
- Stufe 🔴 Suspendiert (Score < 15): Account ist komplett pausiert. Bestehende Leads laufen aus; keine neuen Zuweisungen. Reaktivierung nur nach manueller Einzelfall-Prüfung durch einen Anbieter-Admin.
- Das bestehende Penalty-Suspension-System aus § 6a Abs. 8 (3+ confirmed Penalties in 90T) bleibt parallel in Kraft und greift unabhängig von der Score-Stufe.
§ 23 Refund-Effekt auf Quality-Score
- Jeder vom Anbieter bestätigte Refund (siehe § 5 Steuerberater-/Handwerker-Pattern, sinngemäß) führt zu einem Abzug von 2 Punkten vom Quality-Score des Experten.
- Der Abzug unterliegt einem 90-Tage-Decay — nach 90 Tagen wird er linear ausgepreist.
- Übersteigt die Refund-Quote eines Experten 20 % der akzeptierten Leads in den letzten 90 Tagen, wird der Quality-Score zusätzlich automatisch auf maximal 50 gedeckelt, bis die Quote wieder unter 20 % fällt (Anti-Fraud-Schutz).
§ 24 Lead-Markt / Buy-Orders (kommt mit Phase 4)
- Der Lead-Markt ermöglicht es Experten, ungewiesene oder zurückgegebene Leads aktiv zu erwerben — per Buy-Order (Standing-Bid mit definierten Filtern: Sparte, Region, max. Preis) oder per Direktkauf im Live-Markt.
- Eine im Lead-Markt durch Buy-Order oder Direktkauf ausgelöste Lead-Annahme ist verbindlich. Eine nachträgliche Ablehnung ist nur unter den Refund-Bedingungen (§ 23 / § 5 sinngemäß) möglich.
- Aktive Buy-Orders zählen für den Anbieter als gültige Annahme-Bereitschaft; Nicht-Reaktion auf einen darüber zugespielten Lead löst die Vertragsstrafen aus § 6a aus.
- Voraussetzung für die Teilnahme am Lead-Markt: Quality-Score ≥ 50 (vgl. § 22 Stufe 🟠) und gültige hinterlegte Zahlungsmethode.
§ 25 Mehrfach-Faktor-Authentifizierung (MFA / 2FA)
- Der Experte hat im Backend die Möglichkeit, MFA über TOTP (z. B. Authy, Google Authenticator) zu aktivieren.
- Bei sensiblen Daten (Mandanten-Verträge, Schaden-Akten, Zahlungs-Daten) wird die Aktivierung dringend empfohlen.
- Bei vollem Lead-Markt-Zugriff (§ 24) kann der Anbieter die MFA-Aktivierung mit Vorlaufzeit (6 Wochen, vgl. § 12) zur Pflicht machen.
- Recovery-Codes werden ausschließlich gehasht gespeichert und können vom Experten selbst zurückgesetzt werden.
§ 18 Quiz-Recruitment-Programm (VM/Tippgeber-Vermittlung)
- Über das Versicherungs-Quiz auf der Plattform können Mandanten ihr Interesse bekunden, selbst als Versicherungsmakler oder Tippgeber tätig zu werden. Voraussetzung ist eine entsprechend hohe Leistung im Quiz (perfektes Ergebnis und ein definiertes Mindest-Level).
- Der Experte kann im Backend unter „Quiz-Leads (VM)" entscheiden, ob solche Bewerbungen aus seinem verknüpften Mandantenkreis an ihn weitergeleitet werden („Opt-in") oder direkt an den Anbieter gehen.
- Bei aktivem Opt-in fällt für jeden vom Experten als Versicherungsmakler oder Tippgeber erfolgreich übernommenen Bewerber (Status „converted" im Backend) eine einmalige Vermittlungs-Gebühr in Höhe von 2.500,00 € netto (zzgl. gesetzlicher Umsatzsteuer) zugunsten des Anbieters an. Die Abrechnung erfolgt über die reguläre monatliche Rechnung (siehe § 13).
- Bei deaktiviertem Opt-in gehört der Lead ausschließlich dem Anbieter. Dem Experten entstehen in diesem Fall keine Kosten, er hat aber auch keinen Anspruch auf Provisionen oder sonstige Vergütungen aus etwaigen späteren Vermittlungen.
- Eine Verpflichtung des Experten zur Annahme oder Übernahme einer Bewerbung besteht nicht. Lehnt der Experte einen Bewerber ab oder kommt es nicht zur Übernahme (Status „rejected" o. ä.), fällt keine Vermittlungs-Gebühr an.
- Der Experte ist verpflichtet, mit den ihm zugewiesenen Bewerber-Daten DSGVO-konform umzugehen und sie ausschließlich für das Bewerbungsverfahren zu nutzen. Eine zweckfremde Verwendung ist untersagt.
- Der Anbieter behält sich vor, die Höhe der Vermittlungs-Gebühr und die Voraussetzungen für die Anzeige des Bewerbungs-Hooks (Quiz-Schwellen) mit angemessener Vorlaufzeit (mindestens 6 Wochen) und nach den Regeln aus § 12 anzupassen.
§ 26 Öffentliche Experten-Profilseite & Profil-Anfragen
- Jeder Experte erhält auf der FragPolly™-Plattform eine eigene öffentliche Profilseite unter `fragpolly.de/experte/[slug]`. Auf dieser Seite kann ein Kontaktformular für unverbindliche Anfragen aktiviert werden („Profil-Anfrage").
- Die Profilseite wird standardmäßig nicht in Suchmaschinen indexiert (`noindex, nofollow`). Der Experte erreicht Interessenten ausschließlich über seinen Direkt-Link (Visitenkarte, Mail-Signatur, Social Media, eigene Webseite). Die Indexierung kann vom Experten im Backend optional aktiviert werden.
- Für jede über das Profil-Formular eingegangene Anfragen wird dem Experten eine Lead-Gebühr von 10,00 € netto in Rechnung gestellt (Add-On-Position auf der nächsten Monatsrechnung gemäß § 13). Diese Gebühr ist in jedem zahlungspflichtigen Abo enthalten — es entstehen keine separaten Setup-Kosten.
- Im Gegensatz zu zugewiesenen Plattform-Leads gilt für Profil-Anfragen kein Refund-Anspruch wegen Nicht-Erreichbarkeit oder Fehlanfrage, da der Lead vom Experten selbst über seinen Direkt-Link generiert wurde.
- Datenschutz-Sonderfall „Zweitmeinung": Erkennt der Anbieter, dass eine Profil-Anfrage von einem Interessenten stammt, der bereits anderem Experten der Plattform zugeordnet ist, wird dem Interessenten ein dezenter Hinweis angezeigt („Du bist bereits Mandant eines anderen Experten — trotzdem Zweitmeinung einholen?"). Bei aktiver Bestätigung durch den Interessenten wird die Anfrage an den angefragten Experten zugestellt und regulär als Profil-Lead abgerechnet.
- Der bisher zugeordnete Experte erfährt von dieser Zweitmeinungs-Anfrage NICHTS — weder Identität des angefragten Experten noch die Tatsache der Anfrage. Umgekehrt erfährt der angefragte Experte NICHTS über die bisherige Zuordnung des Interessenten zu einem anderen Plattform-Experten. Der Anbieter speichert die Kollision ausschließlich pseudonymisiert (SHA-256 der E-Mail) zur internen Audit-/Streitfall-Dokumentation.
- Die bisherige Mandantenzuordnung des Interessenten bleibt von einer Profil-Anfrage unberührt. Eine Übertragung der Mandantenbeziehung erfolgt nur, wenn der Interessent dies aktiv mit dem angefragten Experten vereinbart.
- Der Experte trägt selbst die Verantwortung dafür, dass er den ihm über sein Profil zugeführten Interessenten datenschutzkonform verarbeitet (Art. 13 DSGVO) und ihm bei Erstkontakt die übliche Vermittlerinformation gem. §§ 11 ff. VersVermV erteilt.
§ 27 PollySign — digitale Signatur von Dokumenten (ab Pro-Plan)
- Mit dem Modul PollySign kann der Experte beliebige PDF-Dokumente (insbesondere Versicherungs-Anträge, Verträge, Beratungsdokumentationen und sonstige rechtsgeschäftliche Dokumente) hochladen, Signatur- und Eingabefelder per Drag&Drop platzieren und die fertig vorbereiteten Dokumente per Magic-Link an einen oder mehrere Unterzeichner (z.B. beide Eltern, Versicherungsnehmer + versicherte Person) zur elektronischen Signatur versenden.
- Die elektronische Signatur über PollySign erfolgt als einfache elektronische Signatur (EES) im Sinne von Art. 3 Nr. 10 eIDAS-Verordnung. Eine fortgeschrittene elektronische Signatur (FES) nach Art. 26 eIDAS und eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) nach Art. 3 Nr. 12 eIDAS sind nicht implementiert. Der Experte ist selbst verantwortlich zu prüfen, ob die EES für den jeweiligen Anwendungsfall rechtlich ausreichend ist.
(2a) Nicht geeignete Anwendungsfälle (Negativ-Katalog): PollySign ersetzt nicht die nach § 126 BGB vorgeschriebene Schriftform. Insbesondere darf PollySign in der aktuellen Version nicht verwendet werden für:
- Lebensversicherungs-Anträge (LV / RLV / Kapital-Lebensversicherung);
- Berufsunfähigkeitsversicherungs-Anträge (BU / SBU);
- Private Krankenvollversicherungs-Anträge (PKV);
- alle sonstigen Personenversicherungen, bei denen der jeweilige Versicherer in seinen AVB oder Antragsbedingungen die Schriftform verlangt;
- Vorgänge, bei denen Gesetz oder Behörde die notarielle Beurkundung oder Beglaubigung anordnet.
Für diese Vorgänge ist nach § 126a BGB i.V.m. § 126 Abs. 3 BGB eine qualifizierte elektronische Signatur (QES) über einen qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter nach eIDAS erforderlich oder die handschriftliche Originalunterschrift einzuholen.
(2b) Geeignete Anwendungsfälle: Die EES-Variante von PollySign ist insbesondere geeignet für Beratungsdokumentationen nach § 61 VVG, Maklervollmachten (sofern AVB es zulassen), Empfangsbestätigungen, Kostenvoranschläge, Auftragsbestätigungen, Abnahmeprotokolle, formfreie Erklärungen und sonstige Dokumente, für die keine besondere gesetzliche Schriftform vorgeschrieben ist.
- Beweissicherung: Pro Unterzeichner werden serverseitig folgende Daten zum Audit-Trail festgehalten:
- der vom Unterzeichner eingegebene volle Name;
- ein SHA-256-Hash über Token + Name + IP-Adresse + User-Agent + Zeitstempel;
- die IP-Adresse und der Browser-User-Agent zum Zeitpunkt der Signatur;
- der Zeitpunkt der Signatur (UTC-Timestamp).
Diese Audit-Daten kann der Experte als separates PDF herunterladen und bei Bedarf einem Gericht oder Behörden vorlegen.
- Verfügbarkeit: PollySign ist erst ab dem Pro-Plan in den Plattform-Tarifen enthalten (Pro / Enterprise / Enterprise+). Im Partner- und Basic-Plan ist das Modul gesperrt.
- Token-Gültigkeit: Der Signatur-Link ist standardmäßig 14 Tage gültig. Der Experte kann pro Dokument eine abweichende Gültigkeitsdauer zwischen 1 und 60 Tagen einstellen. Nach Ablauf wird der Token serverseitig invalidiert und der Unterzeichner kann nicht mehr signieren — der Experte kann jedoch das Dokument erneut versenden (neuer Token).
- Erinnerungs-Mails: Optional kann der Experte automatische Reminder-Mails konfigurieren (täglich, alle 2 Tage, oder nur in den letzten 5 Tagen vor Ablauf). Die Reminder werden über das Plattform-E-Mail-System verschickt; der Experte gilt aus Sicht des Empfängers als verantwortlicher Absender.
- Speicherung & Aufbewahrung: Sowohl das Original-PDF als auch das signierte PDF werden im verschlüsselten Plattform-Storage aufbewahrt, bis der Experte sie aktiv löscht. Der Anbieter empfiehlt eine Aufbewahrung gemäß handelsrechtlicher Aufbewahrungspflichten (regelmäßig 6 bzw. 10 Jahre). Der Experte ist Verantwortlicher im Sinne der DSGVO für die in den PDFs enthaltenen personenbezogenen Daten.
- blau direkt-Sync (optional): Pro Dokument kann der Experte aktivieren, dass das signierte PDF nach Abschluss automatisch an sein blau direkt-KoHi (Kommunikationshistorie) übertragen wird. Voraussetzung ist eine eingerichtete Qonekto-/blau direkt-Integration des Experten. Der Anbieter haftet nicht für Übertragungsfehler oder Verzögerungen beim Drittanbieter blau direkt — der Experte muss den erfolgreichen Sync im blau direkt-Backend selbst kontrollieren.
- Verantwortlichkeit: Der Experte ist alleinverantwortlich für den rechtmäßigen Einsatz von PollySign. Insbesondere stellt der Experte sicher, dass:
- die per PollySign signierten Dokumente rechtswirksam in der einfachen elektronischen Form abgeschlossen werden dürfen (Schriftformerfordernis prüfen!);
- die unterzeichnenden Personen vor der Signatur über den elektronischen Charakter der Unterschrift, deren rechtliche Bedeutung und das Widerrufsrecht (soweit anwendbar) belehrt wurden;
- bei Anträgen für Minderjährige beide sorgeberechtigten Eltern (oder der allein Sorgeberechtigte) als Unterzeichner eingerichtet werden;
- die DSGVO-Vorgaben zur Verarbeitung der unterzeichnenden Personen eingehalten werden (Art. 6, 13 DSGVO).
Der Anbieter erbringt mit PollySign ausschließlich eine technische Vermittlung der Signatur — eine inhaltlich-rechtliche Prüfung der signierten Dokumente findet nicht statt.
- Haftung: Die Haftung des Anbieters für Schäden aus der Nutzung von PollySign ist auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit begrenzt, soweit gesetzlich zulässig. Insbesondere haftet der Anbieter nicht für Schäden, die dadurch entstehen, dass eine PollySign-Signatur im Einzelfall vor Gericht oder durch eine Behörde nicht als ausreichend anerkannt wird — vor allem dann nicht, wenn der Experte das Modul entgegen Abs. (2a) für einen der dort genannten nicht geeigneten Anwendungsfälle eingesetzt hat.
- Hinweispflicht ggü. Unterzeichner: Der Experte stellt sicher, dass dem Unterzeichner vor dem Abschluss der elektronischen Signatur in geeigneter Form mitgeteilt wird, dass die abgegebene Erklärung als einfache elektronische Signatur (EES) erfolgt und die handschriftliche Schriftform nach § 126 BGB nicht ersetzt. Der Anbieter unterstützt diese Pflicht durch einen entsprechenden Hinweistext auf der Signatur-Seite.
§ 28 FragPolly-Token-Kontingente und Token-Packs für Mandanten
- Hintergrund: Jeder Mandant verfügt über ein tägliches FragPolly-Chat-Kontingent („Tageskontingent"). Ist dieses ausgeschöpft, kann der Mandant beim Experten eine Erhöhung anfordern. Der Experte kann auf Anfrage zusätzliche Tokens für diesen Tag freischalten.
- Inklusiv-Kontingent pro Plan: Jeder Plan enthält ein monatliches Inklusiv-Kontingent für solche Freischaltungen, das ohne weitere Kosten verbraucht werden kann:
- Partner-Plan (Founder/Demo): 25.000 Tokens / Monat
- Basic-Plan: 50.000 Tokens / Monat
- Pro-Plan: 150.000 Tokens / Monat
- Enterprise-Plan: 500.000 Tokens / Monat
- Enterprise-Plus-Plan: unbegrenzt
Das Inklusiv-Kontingent setzt sich jeweils am Monatsersten (UTC) zurück. Nicht verbrauchte Tokens verfallen ohne Anspruch auf Erstattung oder Übertrag.
- Token-Packs: Ist das Inklusiv-Kontingent verbraucht, kann der Experte zusätzliche Token-Packs erwerben. Folgende Packs sind verfügbar:
- 25.000 Tokens für 1,99 € netto
- 100.000 Tokens für 5,99 € netto
- 500.000 Tokens für 19,99 € netto
Token-Packs sind ab Kauf 12 Monate gültig und werden nach Verbrauch des Inklusiv-Kontingents im FIFO-Verfahren (älterer Pack zuerst) aufgebraucht. Nicht verbrauchte Tokens innerhalb der 12-Monats-Frist verfallen ohne Anspruch auf Erstattung. Token-Packs sind keine Abonnements und werden nicht automatisch erneuert.
- Abrechnung: Token-Packs werden zum Zeitpunkt der Bestellung in Rechnung gestellt. Die Abrechnung erfolgt über den zentralen Plattform-Billing-Account (Stripe oder ein gleichwertiger Anbieter). Der Experte erhält pro Pack-Kauf eine separate Rechnung. Bis zur vollständigen Aktivierung der Online-Zahlung (geplant Q3 2026) erfolgt die Abrechnung als Zwischenlösung gegen Rechnung per Bank-Lastschrift oder Überweisung; der Pack wird in diesem Übergang nach Zahlungseingang innerhalb von 24 Stunden manuell aktiviert.
- Verantwortlichkeit: Der Experte entscheidet eigenverantwortlich, welchen Mandanten er wann eine Erhöhung freischaltet. Der Anbieter empfiehlt, Freischaltungen nur für aktiv beratene Mandanten vorzunehmen. Eine Freischaltung darf insbesondere nicht erfolgen, wenn der Experte einen Missbrauch des FragPolly-Chats durch den Mandanten vermutet (z. B. automatisierte Anfragen, Wettbewerbsausspähung). Im Verdachtsfall ist der Anbieter zu informieren.
- Black-Box ggü. Mandant: Die genauen Kontingent-Stände des Experten (Inklusiv-Volumen, Pack-Guthaben, Kosten) werden dem Mandanten nicht angezeigt. Der Mandant erhält bei einer Freischaltung lediglich die Nachricht, dass sein Tageskontingent erhöht wurde.
- Keine Erstattung bei Plan-Wechsel oder Kündigung: Beim Wechsel in einen Plan mit kleinerem Inklusiv-Kontingent verfällt die Differenz nicht rückwirkend für bereits laufende Monate. Bei Kündigung der Plattform-Mitgliedschaft verfallen sowohl das anteilige Inklusiv-Kontingent als auch noch vorhandenes Pack-Guthaben ohne Anspruch auf Erstattung.
- Anti-Abuse: Der Anbieter behält sich vor, missbräuchliche Freischaltungen (z. B. systematische Vergaben an Bot-Accounts oder Nicht-Mandanten) zu unterbinden und in begründeten Verdachtsfällen die Freischalt-Funktion temporär zu sperren.
§ 29 Versicherer-Finanzdaten (SFCR / Geschäftsbericht)
- Zweck und Inhalt. Im Bereich „Versicherer-Finanzen" (Funktion ab Plan Pro) stellt der Anbieter dem Experten strukturierte Auswertungen aus öffentlich verfügbaren Solvency-and-Financial-Condition-Reports (SFCR) und HGB-Geschäftsberichten ausgewählter Versicherer zur Verfügung. Die Daten werden vom Anbieter aus den Original-PDFs der Versicherer per KI-Pipeline extrahiert. Eine eigene bilanzielle Prüfung oder Wirtschaftsprüfer-Testierung findet nicht statt.
- Verwendung. Die Auswertungen dienen ausschließlich der internen fachlichen Information des Experten im Rahmen seiner gesetzlichen Beratungspflichten (insbesondere §§ 6, 61 VVG sowie IDD-Anforderungen zur Berücksichtigung der finanziellen Stabilität des Versicherers). Die Daten sind keine Anlageberatung, keine Empfehlung zur Zeichnung oder Kündigung von Versicherungsverträgen, keine Wertpapieranalyse und stellen keine vom Anbieter zugesicherte Eigenschaft eines Versicherers dar.
- Keine Weitergabe an Endkunden in Rohform. Der Experte darf Auszüge oder Screenshots der Auswertung nicht ohne eigene Prüfung an Mandanten weitergeben. Wird ein Kennzahlenwert zur Begründung einer Empfehlung verwendet, ist auf die Original-Quelle (SFCR/Geschäftsbericht des Versicherers) zu verweisen.
- Haftungsbegrenzung. Der Anbieter haftet nicht für Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der extrahierten Kennzahlen. Insbesondere kann es zu Extraktions-Fehlern (z. B. Verwechslung von Geschäftsjahren oder Konzern- vs. Einzelgesellschafts-Werten) kommen. Stand der Daten ist stets das in der Auswertung angezeigte Geschäftsjahr.
- Diff-Alerts. Der Anbieter kann den Experten über erhebliche Veränderungen ausgewählter Kennzahlen gegenüber dem Vorjahr informieren (z. B. starker Rückgang der SCR-Quote). Alerts sind kein Hinweis auf eine bevorstehende Insolvenz und ersetzen keine eigene Bewertung des Experten.
- Kein Anspruch auf bestimmte Versicherer. Der Anbieter entscheidet eigenständig, welche Versicherer und Geschäftsjahre er einpflegt. Es besteht kein Anspruch auf Aufnahme oder Pflege eines bestimmten Berichts.
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